Jonglieren mit 3 Bällen

Jonglieren lernen ist gar nicht so schwer, wie viele glauben. Unter richtiger Anleitung ist das Grundmuster der 3-Ball-Jonglage innerhalb weniger Minuten erlernbar und auch bei nicht so Begabten dauert es meist nur wenige Stunden bis das Jonglieren mit 3 Bällen erfolgreich klappt. Grundsätzlich kann jeder Jonglieren lernen, der motiviert ist und etwas Durchhaltevermögen besitzt.

Hier nun ein Video, in dem ich erkläre, wie Sie jonglieren lernen können. Weiter unten finden Sie zusätzlich eine Anleitung zum Jonglieren lernen in Textform. Für talentierte und ehrgeizige Menschen, kann solch eine Kurzanleitung bereits ausreichend sein.

 

 

Allerdings höre ich immer wieder, dass Leute beim Selbstversuchen so frustriert wurden, dass sie es dann im Glauben sie seien untalentiert lange Zeit gar nicht mehr probiert haben, was natürlich schade ist.

Am einfachsten, schnellsten und besten ist es daher, wenn Sie mit jemandem jonglieren lernen, der Erfahrung damit hat, es anderen schrittweise beizubringen und dabei auch gleich von Anfang an die Fehler korrigiert. Zusätzlich kann ich empfehlen das Jonglieren in der Gruppe zu lernen, denn das macht zum einen mehr Spaß, zum anderen merken Sie, dass es anderen am Anfang auch nicht viel leichter fällt als Ihnen selbst.

Die Möglichkeit dazu bietet sich beispielsweise bei einem Jonglierkurs. Dort machen wir zahlreiche Zwischenübungen mit einem und zwei Bällen, so dass Sie nach und nach sicherer mit dem Werfen und Fangen werden, ohne, dass es langweilig wird. Der Schritt zu 3 Bällen wird ihnen am Ende überraschend leicht vorkommen.

Im folgenden nun ein einfaches Tutorial, mit dem Sie richtig Jonglieren lernen können.

Ausgangsstellung

Stellen Sie sich gerade hin, die Füße etwa schulterbreit auseinander. Lassen Sie ihre beiden Hände locker nach unten hängen, so dass die Handflächen jeweils die Oberschenkel berühren. Drehen Sie die Handflächen nun nach außen, so dass sie geöffnet nach vorne zeigen. Dann beugen Sie die Ellbogen und führen die Unterarme nach oben, bis sie waagerecht vor dem Körper sind. Jetzt sieht es in etwa so aus als würde ein Kellner ein Tablett tragen - die Handflächen zeigen nach oben, die Unterarme sind waagerecht nach vorne gestreckt und die Oberarme nach wie vor seitlich neben dem Körper.

Wurftechnik

Die oben beschriebene Bewegung aus dem Unterarm ist auch in etwa die Bewegung, die Sie beim Jonglieren für das Werfen der Bälle brauchen. Zum Schwung holen nehmen Sie die Hand jeweils etwas nach unten (maximal bis die Rückseite der Handfläche am Oberschenkel anstößt) und führen sie dann zum Abwerfen schnell nach oben in die waagerechte Position. In dem Moment, in dem der Unterarm wieder waagerecht ist, wird der Ball geworfen. Wichtig ist, dass sie in dieser Postion warten bis der Ball wieder herunterkommt und nicht mit der Hand dem Ball nachgehen.

Fangtechnik

Sie warten nach dem Abwurf in waagerechter Position bis der Ball herunterkommt (gemäß dem Gesetz der Schwerkraft ist dies in der Regel der Fall, d.h. sie müssen ihn nicht aus der Luft holen!). Wenn der Ball akkurat geworfen wurde, kommt er sogar relativ genau zu Ihrer Hand. Am Anfang wird dies eher nicht der Fall, d.h. sie müssen zum Auffangen die Hand etwas nach rechts, links, vorne oder hinten bewegen. Üben Sie fleißig an Ihrer Wurftechnik, damit die nötigen Korrekturbewegungen immer kleiner werden und Sie zumindest den Bällen nicht hinterherlaufen müssen. Wenn der Ball die Handfläche berührt, federn Sie den Aufprall etwas ab, in dem Sie die Hand nach unten führen. Dies ist auch gleich die Ausgangsposition für den nächsten Wurf (s. Wurftechnik oben). Wenn Sie auf eine flüssige Bewegung und das Abfedern beim Fangen achten, werden Sie merken, dass das Geräusch beim Fangen leiser wird.

1. Ball

Sie nehmen einen Ball in die Hand und gehen in die Ausgangsstellung. Werfen Sie den Ball mit der beschriebenen Wurftechnik senkrecht nach oben und fangen ihn in der gleichen Hand wieder auf. Der Ball sollte dabei etwa in Augenhöhe geworfen sein. Wenn Sie nur bis zum Kinn werfen, haben Sie später weniger Platz und Zeit für die 3 Bälle, wenn Sie weit über Kopf werfen ist es schwieriger den Ball wieder zu fangen.

Üben Sie dies so lange bis Sie sich beim Werfen und Fangen sicher fühlen, alle Würfe etwa in Augenhöhe sind und die Hand dem Ball nicht mehr nachgeht. Danach üben Sie das gleiche mit der anderen Hand. Da sie in der Regel eine stärkere und eine schwächere Seite haben, wird sich dies vermutlich ungewohnter anfühlen als zuvor. Dagegen hilft nur noch mehr üben.

Sobald die senkrechten Würfe mit Rechts und Links gut klappen, werfen Sie nun von der rechten in die linke Hand und wieder zurück. Die Ausgangsstellung ist die gleiche, jedoch wird der Ball leicht schräg nach oben geworfen, so dass er in etwa zwischen ihren beiden Augen den Wendepunkt erreicht. Die Hände sind dabei maximal Schulterbreit auseinander und die Flugbahn geht mehr nach oben als zur Seite (kein Regenbogen!).

2. Ball

Sie gehen wieder in die Ausgangsstellung und haben in jeder Hand einen Ball. Die rechte Hand wirft den Ball wie oben beschrieben von rechts nach links, die linke Hand wirft den Ball wie oben beschrieben von links nach rechts. Danach haben also die Bälle einmal die Hände getauscht. Allerdings erfolgt dies nicht gleichzeitig (dadurch würden die Bälle in der Mitte zusammenstoßen), sondern leicht zeitlich versetzt.

Die rechte Hand wirft also schräg nach oben los, die linke Hand wartet so lange, bis der erste Ball den höchsten Punkt erreicht hat und auf dem Weg nach unten in die linke Hand ist. Dann wirft auch die linke Hand schräg nach oben los Richtung rechte Hand. Achten Sie dabei darauf, dass der zweite Ball unterhalb des ersten Balls kreuzt. Durch das Loswerfen des zweiten Balls ist in der linken Hand Platz geworden, um den ersten Ball zu fangen. Anschließend wird der zweite Ball mit der rechten Hand gefangen.

Sobald dies einigermaßen gut klappt, probieren Sie auch mit der anderen Hand zu starten, d.h. Sie werfen den ersten Ball aus Links, den zweiten aus Rechts.

3. Ball

Sie gehen wieder in die Ausgangsstellung und haben jetzt in einer Hand zwei Bälle, in der anderen Hand einen Ball. In welcher Hand Sie zwei Bälle haben ist eigentlich egal (nehmen Sie die in der Sie sich wohler fühlen), wichtig ist jedoch, dass Sie immer mit der Hand zu erst werfen, in der die zwei Bälle sind.

Nehmen wir an Sie beginnen wie zuvor mit der rechten Hand den ersten Ball zu werfen und werfen den zweiten Ball mit links, sobald der erste Ball den Wendepunkt überschritten hat. Dieser zweite Ball fliegt jetzt nach oben und überschreitet irgendwann ebenfalls den Wendepunkt. Sobald er auf dem Weg nach unten ist werfen Sie den dritten Ball, der sich noch in der rechten Hand befindet, ebenso wie den ersten Ball von rechts nach links. Dort befindet sich zwar schon der erste Ball, aber Sie können den dritten Ball trotzdem in der linken Hand fangen.

Wenn Sie alles richtig gemacht haben, hatten Sie also zunächst zwei Bälle in der rechten Hand und einen in der linken Hand, haben 3 Würfe gemacht - rechts (1), links (2), rechts (3) - und haben am Ende zwei Bälle in der linken Hand und einen in der rechten Hand. Diese Abfolge sollten Sie einige Male probieren. Irgendwann müssen Sie die Bälle natürlich nicht mehr übergeben, sondern können auch mit 2 Bällen in der linken Hand mit dem Werfen starten - links (1), rechts (2), links (3)!

Fortlaufendes jonglieren

Wenn Sie bis hierher gekommen sind, haben Sie bereits das Grundmuster der Jonglage (Kaskade) verstanden. Allerdings wollen Sie natürlich nicht nur 3 Würfe machen, sondern fortlaufend jonglieren. Wie funktioniert das? Vielleicht haben Sie es auch schon erraten.

Wir probieren also zunächst 4 Würfe statt 3 Würfe. Dazu dürfen Sie den dritten Ball nicht einfach in der linken Hand fangen, sondern müssen vorher wieder die Hand frei machen, d.h. in dem Moment wo der dritte Ball den Wendepunkt überschritten hat und Richtung linke Hand unterwegs ist, werfen Sie einen Ball von links nach rechts. Nach 4 Würfen - rechts (1), links (2), rechts (3), links (4), fangen Sie 2 Bälle in der rechten Hand und sind damit wieder in der Ausgangsposition.

Spätestens jetzt, haben Sie vermutlich begriffen, dass auch 5, 6, 7, ... Würfe problemlos möglich sind und der Ablauf immer gleich funktioniert - rechts, links, rechts, links, ....!

Tipp: Probieren Sie nicht immer so lange zu jonglieren bis die Bälle herunterfallen, sondern steigern Sie sich langsam aber sicher. Üben Sie 4 Würfe so lange, bis es sauber klappt und alle Bälle auf der gewünschten Flugbahn und in Augenhöhe geworfen sind. Dadurch prägt sich das Gehirn die sauberen Würfe ein und nicht die unsauberen, die zwangsläufig immer am Ende der Fall sind. Danach üben Sie 5 Würfe, 6 Würfe, 7 Würfe, 8 Würfe usw..

Damit bleibt mir nur zu sagen viel Spaß beim Trainieren!!

Und falls es nicht alleine klappt oder Sie Erfolg hatten, aber gerne verschiedene Jongliertricks lernen möchten, kommen Sie gerne bei einem Jonglierkurs vorbei. Und so könnte das dann irgendwann mal aussehen ...

Langeweile?

Hier geht es weiter zur Anleitung Jonglieren mit 4 Bällen sowie zur Anleitung Jonglieren mit 5 Bällen.

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